AEM - RP - STRABAG in Banpotoc

STRABAG in Banpotoc, Rumänien: vom niedrigen Level an gesellschaftlicher Verantwortung zum verantwortlichen Wiederaufbau

Worin lag die Herausforderung?

Füllmaterial ist ein normaler Bestandteil bei der Herstellung einer Autobahn, ebenso wie die Beschaffung der  erforderlichen Genehmigungen und die frühzeitige Kontaktaufnahme mit jenen Menschen, die von den geplanten Arbeiten betroffen sein werden.

Die führende österreichische Baufirma (STRABAG) wurde beauftragt, eine Autobahn in Siebenbürgen zu bauen, hatte allerdings einige Probleme mit diesem konkreten Planungsbestandteil, in dem ansonsten gut vorbereiteten Bauprojekt. Im August 2011 begann das Unternehmen mit dem Abbau von Füllmaterial, jedoch ohne eine Umweltgenehmigung dafür eingeholt zu haben. Der Abbau fand 100 Meter vom nächsten Haus in einem kleinen Dorf im Kreis Hunedoara, Rumänien,  statt. Der Abbau und Transport des Materials verursachte 24 Stunden lang Lärm und eine erhebliche Staubbelastung –  ganz zu schweigen von der nicht genehmigten zerstörenden Landnutzung  und der Zerstörung des Landschaftsbildes. Die Einheimischen erfuhren vom Abbau erst, als die ersten Bulldozer kamen. War ein derart destruktives Verhalten der lokalen Bevölkerung gegenüber tatsächlich notwendig?

 

Welche Lösung wurde gewählt?

astoneco hat ein Trainingszentrum in diesem Gebiet und wurde von der lokalen Bevölkerung in dieser Angelegenheit um Hilfe gebeten. Die Arbeiten des Unternehmens waren bereits im Gange und wurden zudem von der nationalen Regierung, den politischen Parteien und einem Großteil der lokalen Medien unterstützt. Wir standen also vor der Aufgabe, den Schaden möglichst gering zu halten und gleichzeitig eine Zusage seitens des Unternehmens zu erhalten, die eine verantwortungsvolle Schließung des Abbaugebietes sicherte.

Die konkrete Lösung war:

  1. die Gründung einer offiziell registrierten Gemeinschaftsorganisation “Banpotoc Community Association”, zur Stärkung der Anliegen und Stimme der lokalen Gemeinschaft;
  2. Die international tätige Firma für die Nachhaltigkeit ihrer lokalen Tätigkeit zur Verantwortung ziehen. Dies geschah durch die Kommunikation mit dem Management des rumän^2ischen Tochterunternehmens und dem Management des österreichischen Mutterunternehmens sowie durch die Kommunikation mit den lokalen und nationalen Behörden. Ebenso wurden offene Diskussionsmöglichkeiten auf wirtschaftlichem und gesellschaftlichem Niveau geschaffen, etwa durch Konferenzen und Pressemitteilungen in Bukarest und Wien  in Kooperation mit internationalen Menschenrechtsorganisationen;
  3. Aufbau von Vertrauen und Verständnis zwischen den Community-Mitgliedern, lokalen Behörden und dem Unternehmen, um die Weichen für Verhandlungen über ein Ausstiegsszenario zu stellen, bei dem niemand verliert. 

 

Aktueller Status: 

Nach einiger Zeit erkannte das Unternehmen die Auswirkungen vor Ort, die durch die Steinbrucharbeiten bereits entstanden waren, an. Es startete daraufhin eine Partnerschaft mit dem Rathaus und der Banpotoc Community Association, um gemeinsam einen Wiederaufbau- und Entschädigungsprozess  zu erarbeiten und zu realisieren. Das Ergebnis war ein Mini-Win-Win-Lösung:

  • Sanierung und Wiederaufbau des betroffenen Berghanges mit den erforderlichen Erdarbeiten einschließlich 3000 LKW-Ladungen Humus, Gras und Baumpflanzungen, die von der Firma zur Verfügung gestellt wurden. Das schloss auch die Entwicklung einer Partnerschaft mit dem Retezatu Nationalpark ein, die die Entwicklung der Bäume, die Biodiversität und die Parkanlage überwachten,
  • Gestaltung des ehemaligen Baugeländes mit einem Fußballfeld, einem Freiluftveranstaltungsort für Konzerte sowie Weidenfläche und Naturpfade,
  • Schaffung eines Gemeinschaftsparks im Zentrum von Banpotoc. Die Landschaftsgestaltung und Möbel werden von der Firma zur Verfügung gestellt,
  • eine Partnerschaft zwischen dem Unternehmen und dem Rathaus, um die Qualität der Dorfstraßen zu verbessern,
  • eine Verpflichtung des Rathauses, des Vereins und der Mitglieder der Gemeinde, die so entstandenen öffentlichen Grünflächen zu erhalten.