AEM - RP - Ortac Resources

Ortac Resources: Fallprüfung von “konstruktivem Bergbau”

Was ist die Herausforderung?

Im Zeitalter von immer mehr bewussten und informierten Stakeholdern geben immer weniger Gemeinden den Rohstoffunternehmen eine soziale Lizenz zum Abbau, sofern diese  nicht nachweisen können, dass ihre Projekte kurz-, mittel- und langfristig einen lokalen Mehrwert generieren.

Im Fall der Region Kremnicko ­­– Heimat der Gold und Silber Lagerstätte Šturec in der Slowakei – hatten die Gemeinde und die lokalen Behörden von Kremnica  einen  Projektvorschlag für "verantwortungsvollen modernen Bergbau" eines kanadischen Unternehmens im Jahr 2006 abgelehnt. Ein paar Jahre später, als eine neue Investitionsmöglichkeit durch den neuen Bergbaulizenzinhaber (Ortac Resources Ltd ('Ortac'), ein UKA IM registriertes Unternehmen) vorgestellt wurde, hatten die interessierten Parteien einige wesentliche Fragen: "Wird der Bergbau zu einem stetigen Abfluss unseres natürlichen Reichtums führen? Oder kann der Abbau der Ressourcen etwas schaffen, das für alle Beteiligten nachhaltig von Nutzen ist?“ Und vor allem: "Können wir den Investoren vertrauen?"
 

Welche Lösung wurde gewählt?

Ortac trat an astoneco im Jahr 2011 heran, um ein besseres Verständnis der Ursachen des lokalen Konflikts zu entwickeln und einen Dialog in der Region zu eröffnen, um zu sehen, ob ein Win-Win-Projekt entstehen kann. Nach einer Phase, in der die Bedürfnisse und Bedenken der Menschen in der Region aktiv angehört wurden, kam astoneco zur Erkenntnis, dass viele Probleme in der Vergangenheit begründet waren und sich aus dem Ansatz der bisherigen Investoren ergaben. Kurz gesagt: Die lokale Gemeinschaft war der Meinung, dass Ortac lediglich  versuchen werde, das bereits abgelehnte kanadische Projekt neu zu verpacken. Gleichzeitig war das Vertrauen zwischen den Parteien extrem gering und der Dialog praktisch nicht existent. In diesem Zusammenhang erarbeiteten wir folgende Lösung:

  1. Das Ortac-Management entschuldigte sich öffentlich für die zunächst beibehaltene Vorgehensweise, bei Entscheidungen die Öffentlichkeit nicht einzubeziehen.
  2. Dem folgte eine zunehmende Offenheit für Engagement, Transparenz, Dialog und Partnerschaft mit den Bürgern.
  3. Ortacs lokales Management und lokale Präsenz wurde gestärkt, ebenso die Zusammenarbeit mit ihren Stakeholdern,
  4. Ortac verpflichtete sich öffentlich dazu, dass im Rahmen des Projekts keine Investitionsentscheidung ohne echte lokale Unterstützung getroffen und dass der Bergbau als Selbstzweck nicht mehr in Betracht gezogen werde. Anstatt dessen, würde jedes potentielle Anlagekonzept mit der lokalen Bevölkerung zusammen erarbeitet werden, wobei man in allen Phasen der Umsetzung den Wohlstand sicherstellen wolle, auch noch lange nachdem das Silber und Gold extrahiert wurde.
  5. Forum Kremnicko wurde von astoneco initiiert, um einen Raum für Dialog und Zusammenarbeit lokaler Initiativen und Entscheidungen für die Entwicklung der natürlichen Ressourcen in der Region im Zusammenhang einer nachhaltigen Entwicklung zu unterstützen. Das Forum ist offen für lokale Bürger, Behörden und Investoren, die die vorgeschlagenen Investitionen transparent beurteilen möchten und die Schaffung eines Win-Win-Projekts im Fokus haben.

 

Wichtige Schritte sind:

  • einen fundierten und transparenten Informationsaustausch und ebensolcheEntscheidungsprozesse zu schaffen und  geeignete Kanälefür die  zeitnahe Kommunikation über Entscheidunen zu öffnen;
  • die Einhaltung von Verpflichtungen und die  Berücksichtigung von Erwartungen sicher zu stellen
  • Vertrauen vor Ort aufzubauen, indem Kleinprojektegemeinsam umgesetzt werden;
  • die öffentliche Diskussion zu unterschiedlichen Ansichten zu ermöglichkeiten (einschließlich der Meinungen jener, die den Absichten des Investors am meisten misstrauen oder kein Vertrauen in die Partnerschaft mit der Bergbauindustrie und den beteiligten Partnern vor Ort haben).

 

Aktueller Stand:

  • Die lokale Zusammenarbeitzwischen Ortac und den Menschen aus Kremnicko führte bislang zur Šturecland vision – dieser Arbeitstitel ist  ein vorsichtiger Vorschlag für ein Tourismusprojekt, das auf erneuerbaren Energien basiert und über die Gold- und Silber-Lagerstätte von Šturec entwickelt werden könnte. Das Projekt würde den Bergbau nützen, um einen Landschaftsraum zu konstruieren und die Schaffung einer touristischen Infrastruktur zu finanzieren, die Abenteuer-Sport, Theater, Thermalbäder und Biodiversitäts-Wanderwege kombiniert und zugleich die in der Region bereits vorhandenen Unterkünfte, Restaurants, Museen und anderen Aktivitäten  mit einbezieht. Siehe http://www.sturecland.sk für weitere Informationen.
  • Forum Kremnicko wurde als ein community-based NGO im August 2013 gegründet. Im Dezember 2013 erhielt die Organisation einen Gründungszuschuss von Ortac und stellte einen lokalen Koordinator auf Basis eines Einjahresvertrages ein. Das Forum konzentriert sich nun auf die Unterstützung des Partizipationsprozesses im Rahmen des Šturecland-Konzepts und führt Vertrauens- und Teambuilding-Trainings durch. Dazu zählt ebenfalls ein Mini-Unterstützungs-Programm, um die lokale Beteiligung am Dialog und die Zusammenarbeit im Designprozess rund um mögliche Investitionen in die lokale Entwicklung natürlicher Ressourcen zu fördern. Das Entscheidungsgremium besteht derzeit aus Mitgliedern der astoneco management, soll jedoch durch ein Gremium abgelöst werden, in das lokale Behörden und Kommunen ebenso Vertreter entsenden wie Ortac, wobei den Gemeindemitgliedern in allen sie direkt betreffenden Angelegenheiten die Entscheidungshoheit zukommt. Die Übergabe wird voraussichtlich im kommenden Jahr geschehen. 
  • Das kontinuierliche, offene und transparente Engagement aller Beteiligten wird besonders gefördert, wie in der Šturecland Broschüre Version 0.2 auf den Seiten 10 und 11 nachzulesen ist (http://www.sturecland.sk/brochure).